Andacht

 

Ich bin Iraner, geflohen aus meinem Heimatland. Wir saßen im Bus an der Grenze zu Kroatien. Der Bus war voll mit Irakern, Syrern, Afghanen und ein paar Iranern. Da hieß es: Alle Iraner müssen zurück nach Griechenland.

 

Ich wollte auf keinen Fall zurück nach Griechenland. 28 Tage war ich von Griechenland nach Kroatien unterwegs gewesen. Ein Schlepper führte uns den Weg. Ich habe Menschen auf diesem Weg sterben sehen. Die Erinnerung daran war furchtbar.


Ich saß fertig im Bus. Jeder musste einen Sprachtest machen. Jeder musste beweisen, dass er arabisch konnte. Ich bin Iraner, ich kann kein arabisch. Keiner von uns Iranern konnte arabisch. Wenn sie mich testen, muss ich zurück.


Ich betete zu Gott. Ich betete für mich und meine Freunde. Ich betete: „Was du willst, was mit mir passiert, das soll passieren!“ Da wurde ich ganz relaxed und ganz ruhig.


Ich stand in der Schlange. Alle Iraner wurden herausgefischt und mussten den Sprachtest machen. Jetzt kam ich dran. Der Beamte schaute mich kurz an und winkte mich durch.


Ich denke noch oft an meine iranischen Freunde. Ich kenne ihren Weg nicht. Gott hat mich nach Europa geschickt, vielleicht hat Gott einen anderen Plan für meine Freunde. Meine Mutter hat zu mir gesagt: Wenn du Gott etwas von Herzen bittest, wird er es dir geben. An diesem Tag habe ich verstanden, was es heißt zu beten.

                                                                                                  Amir Karimi, Christ aus dem Iran

 

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Pfarrer Hans-Dietrich Nehring
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