Predigt zu Silvester 2017,

gehalten von Pfrin Andrea Nehring

Lk 12, 29-34

Zerbrecht euch also nicht den Kopf darüber, was ihr essen und trinken sollt!

30 Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Dingen bestimmen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht.

31 Setzt euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird er euch mit allem anderen versorgen.

32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben.

 

Heute denken wir zurück an das alte Jahr. Was ist gewesen?

In der Welt:

Wir haben Grund zum Dank:

  • Wir wachsen auf einander zu: Amerikaner, Koreaner, Afrikaner in Deutschland, Deutsche im Ausland.
  • Frieden durch wirtschaftliche Verflechtungen,
  • Viele arbeiten gemeinsam daran, die Klimakatastrophe abzuwenden. Danke!

Aber auch Grund zur Sorge:

  • Kriege und Terror, Trump,
  • Klimakatastrophen, mannshoher Schnee und Waldbrände.
  • Weltfirmen, die ihre Verantwortung für die Welt nicht wahrnehmen.

Jesus sagt: Fürchte dich nicht, du kleine Herde!

 

In Europa und Deutschland:

Grund zum Dank:

  • Reichtum und Wirtschaft,
  • Frieden und Sicherheit,
  • Gerechtigkeit auch für arme Menschen.
  • Dank!

Aber auch Grund zur Sorge:

  •  Rechtsruck in Europa,
  • offene Regierungssituation in Deutschland,
  • Schere reich und arm,
  • Gentechnik und Verpackungsmüll, Diesel

Wie wird es weitergehen?

 

Fürchte dich nicht, du kleine Herde!

 

 

Bei Ihnen persönlich:

Grund zum Dank:

  • Meine Familie bzw wer zu mir gehört
  •  Arbeitssituation
  •  Gesundheit

Grund zur Sorge:

  • Meine Familie bzw wer zu mir gehört
  • Arbeitssituation
  • gesundheitliche Situation

 

Fürchte dich nicht, du kleine Herde!

 

Jesus spricht seine Jünger mit diesem fast zärtlichen Titel: „Kleine Herde“ an.

Wir wissen, was er meint: Wir sind seine Schafe, und er ist unser guter Hirte, der sich um uns kümmert und uns versorgt. Er spricht seine Jünger als Gemeinde an. Sie gehören zusammen, so wie wir hier in der Friedenskirche zusammen gehören.

 

Kürzlich hat einer über die Friedenskirche gesagt: Am Anfang habe ich gedacht: Warum ist die Kirche nicht brechend voll. Aber jetzt habe ich gemerkt: Diese kleine Gemeinde ist so stark im Gebet. Was sie auf den Weg bringen, lässt Gott geschehen.

 

Das entspricht auch meiner Erfahrung. Ich habe mit euch viele segensreiche Momente erlebt, wo Menschen zu mir kommen und mir erzählen: Weißt du noch, dass wir zusammen gebetet haben für - zum Beispiel - meine Schwester? Sie ist wieder gesund geworden. Wir haben hier Menschen, die Gott vertrauen und auf ihn bauen. Ich denke an eine junge Frau, die so gelitten hat unter ihrem Arbeitsplatz. Diese Gemeinde hat sie begleitet. Jetzt hat sie eine neue STelle gefunden und schreibt fröhliche Briefe. Ja, unsere kleine Herde hier ist gesegnet.

 

Freilich machen auch wir uns Sorgen. Was wird das neue Jahr bringen?

Jesus sagt: Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Sorgen bestimmen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, was ihr braucht.

 

Weiß er das?

 

Letzthin hatte ich ein Gespräch mit einem Vater. Wir standen an der Bushaltestelle und ich hatte eigentlich nur gefragt: Wie geht es dir? Da sagte mir in wütendem Ton: „So schlecht wie immer. Deinen Gott kannst du dir abschminken. Wenn es einen Gott gäbe, wäre meine Frau nicht auf und davon. Jetzt sitz ich da mit dem Kind und weiß gar nicht, wie ich das alles managen soll. Gott weiß nicht, was ich brauche. Sonst wäre meine Frau wieder hier bei uns.

 

Ich höre solche bitteren Sätze öfter. Ich erzähle es Ihnen, weil sie etwas zeigen: 

 

Dieser Mann hatte einen Plan und der ist nicht aufgegangen. Dafür macht er Gott verantwortlich.

Aber Gottvertrauen heißt nicht: Ich mache von meinem Leben einen Plan und vertraue Gott, dass er den Plan einhält.

Sondern Gottvertrauen heißt: Hört auf, zu detaillierte Pläne zu machen. Lasst Gottes Führung noch ein wenig Raum.

 

Vielleicht war das auch bei Ihnen schon mal so. Sie hatten einen guten Plan, aber es kam ganz anders.

 

Eine Frau erzählte mir mal, dass sie die Arbeitsstelle gewechselt hat, weil sie umgezogen waren. Ihr Plan war, die Fahrtzeiten in Grenzen zu halten. Aber das neue Team und sie kamen einfach nicht miteinander zurecht. Schließlich bewarb sie sich wieder an anderer Stelle. Jetzt geht es ihr wieder gut, denn hier kann sie frei und fröhlich arbeiten.

 

Gottvertrauen heißt nicht: Ich mache von meinem Leben einen Plan und vertraue Gott, dass er den Plan einhält.

Sondern Gottvertrauen heißt: Ich lebe mit Gott und für Gott, wo immer mich mein Leben hinführt.

 

Das Komische ist, dass man sich gerade ohne Plan eher schwach vor kommt. Es klingt irgendwie viel besser, wenn man genau weiß, wie das Leben zu spielen hat als etwas planlos zu sagen: Mal sehen. Pläne geben uns Sicherheit. Wir fühlen uns nicht gern schwach.

 

Aber diese Schwäche ist die Schwäche der Herde Gottes. Wir verzichten auf unsere eigene Stärke, das Leben zu managen. Wir vertrauen auf Gott, dass er uns führt. Wie auch immer es dann läuft. Schlimmstenfalls wie bei Petrus, zu dem Jesus sagt: Du wirst deine Hände ausstrecken und Gott wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst.

 

Jesus sagt uns: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben.

 

Ihr seid diejenigen, denen Gott die Verantwortung überträgt. Eben weil ihr nicht auf eure eigene Stärke vertraut. Eben weil ihr nicht detaillierte Pläne macht, wie euer Leben zu laufen hat. Sondern weil ihr auf Gott vertraut, was auch immer kommt.

 

Ich muss an ein Gespräch mit einem unserer christlichen Flüchtlinge denken. Er stand damals vor der ersten Anhörung im Bundesamt. Er sagte zu mir: Wie immer sie entscheiden, ich bin in Jesu Hand. Wenn sie mich zurückschicken, dann wollte Gott das eben so. Er wird auch dann einen Plan für mich haben. Aber Jesus lass ich nicht mehr aus meinem Leben.

 

Wir sind nicht immer in der Lage, so tapfere Worte zu sprechen. Manchmal spielt das Schicksal uns so schwer mit, dass uns die Worte ausgehen. Dann fürchte dich nicht. Gott hält dich an deiner Hand und führt dich. Auch im neuen Jahr.

 

 

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Pfarrer Hans-Dietrich Nehring
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