Wie soll das zugehen? Gott, das schaffe ich nicht!

Predigt von Pfarrerin Andrea Nehring, gehalten im Dez 2018

 

Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß? So fragte Maria, als der Engel ihr verkündet hat, dass in ihr Gottes Sohn heranwachsen soll.

Im Nachhinein kommt es einem so vor, als wäre das ihr geringstes Problem.

Wie hätte sie reagiert, wenn er ihr auch gesagt hätte, dass sie kurz vor der Geburt strammen 160 km Fußmarsch durchziehen würde, voller Angst, dass das Kind in einem einsamen unwirtlichen Moment kommt, ohne Hebamme, ohne Hilfe. Wie hätte sie reagiert, wenn sie gewusst hätte, dass sie gleich nach der Geburt fliehen muss nach Ägypten, damit das Kind überleben kann?

Wie soll das zugehen?

Manchmal sind es schon kleine Dinge, die uns ratlos machen.

Wie viele Anrufe und Whatsapps bekam ich gestern, als Anahit und Nima den Abend für den lebendigen Advent vorbereiteten?  Sie waren so aufgeregt, jetzt so eine deutsche Veranstaltung zu leiten. Und dann wurde es so ein wunderbarer Abend.

Wie ratlos stand die junge Frau in der Küche, als die Mutter mit Fieber im Bett lag und die Leute ihr sagten: Koch ihr Hühnersuppe. Bis jetzt hat immer Mama gekocht. Wie soll das zugehen, wo ich doch keine Ahnung vom Kochen hab?

Auch bei großen Herausforderungen, die Gott an uns stellt, liegt einem dieser Einspruch schnell auf den Lippen.

Als ich eine junge Frau war, merkten wir, dass wir keine Kinder bekommen können. Wir beschlossen, Kinder aufzunehmen und lernten prompt 2 Kinder kennen, derern Mutter im Sterben lag. Doch noch bevor sie bei uns lebten, wurde ich schwanger. Sollten wir 3 Kinder auf einmal zu uns nehmen? Sollten wir die Kinder wirklich zu uns nehmen? Wie soll das zugehen, wo wir doch noch nie Eltern waren, 3 Kinder auf einmal?

Oder mir fällt das alte Ehepaar ein. Der Mann vergaß immer öfter Dinge, fand keine Antworten, und als sie zum Arzt gingen, kam die Diagnose: dement. Wie fuhr der Frau der Schreck in die Glieder. All die Geschichten der anderen standen ihr vor Augen. Wie soll das zugehen, fragte sie sich ängstlich. Wie sollen wir das schaffen?

In so vielen Herausforderungen und Entscheidungen ist das unsere Frage: Wie soll das zugehen?

Wie soll das zu gehen, wo ich doch schon jetzt all die Anforderungen, die die Leute an mich stellen, überhaupt nicht hinbekomme?

Wie soll das zu gehen, wo ich doch noch keine Beziehung halten konnte, immer wieder wurde ich abgewiesen, mein Herz kaum mehr zu öffnen wage.

Wie soll das zugehen, wo ich doch nur ein kleines Licht bin. Hast du nicht gemerkt, Gott, wer ich wirklich bin, unscheinbar, ratlos, verzweifelt?

Der Fehler ist: Wir rechnen dabei nicht mit Gott. Wir nehmen ganz selbstverständlich an, dass wir das allein schaffen müssen.

Gottes Antwort an Maria klingt aber ganz anders:

Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.

Du hast nichts zu leisten, Maria. Keinen Moral-Test, keine Prüfung. Gott macht alles selbst. Der Geist Gottes wird über dich kommen. Deine einzige Aufgabe ist: Arbeite nicht dagegen an. Lass Gott in dir geboren werden. Sag ja zu Jesus.

Vielleicht haben Sie diese Woche vom Geburtstag der schwedischen Königin gelesen. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch die ersten Gedanken der jungen Silvia waren, als sie sich in den schwedischen Prinzen verliebt hat. Wie soll das zugehen, wo ich doch keine Ahnung von Königen und deren Job und Auftreten haben, ja nicht einmal gescheit schwedisch kann?

Und dann hat sie ihn wirklich geheiratet und keine Frau war in der Nähe, die ihr Etikette und Benehmen beibringen hätte können. Ab und zu von der Schwägerin aus den Niederlanden ein Tipp.

Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast.

Maria schafft das, was so unendlich schwer ist: Sie stellt ihre Vorstellung von der Welt, ihre Ängste, ihre Probleme und Unfertigkeiten zurück. Mir geschehe, wie du gesagt hast. Sie vertraut darauf, dass Gott die Probleme, die sich daraus ergeben, lösen wird.

Lass einfach mal Gott machen, sagt der Engel. In deinem Herzen weißt du längst, was du tun willst, du glaubst nur, dass du sowas nicht schaffst.

Aber lass es zu. Das Heilige wird in dir geboren werden.

Königin Silvia ist heute beliebt in ihrem Land. Und noch mehr: Sie hat ihre Position nutzen können, um in vielen Ländern Gesetze anzuregen, die Kinder vor Gewalt schützen. Sie hat mir ihrem unbekümmerten Charme die Menschen auf ihre Seite gezogen. Gott hat ihr die Kraft dazu gegeben.

Auch wir haben es geschafft, unsere insgesamt 5 Kinder großzuziehen. Nicht alles ist glücklich gelaufen, und wenn ich gewusst hätte, wie schwer es manchmal wird, ich weiß nicht, ob ich den Mut gehabt hätte. Aber Gott wollte in uns geboren worden, hatte seinen Plan mit uns und hat den Plan selbst verwirklicht.

Während wir noch fragen: Wie soll das zugehen, wird das Heilige schon in uns geboren.

Vertraue dem Jesuskind. Es will in dir geboren werden. Es will die Herrschaft übernehmen, die auf seiner Schulter liegt.

Sprechen wir mit Maria: Gott, mach mit mir, was du vorhast. Ich will bereit sein für dich. Amen.

 

 

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Pfarrer Hans-Dietrich Nehring
Pfarrerin Andrea Nehring